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Fine Dining ist tot
Das sagt zumindest der Zwei-Sterne-Koch Daniel Gottschlich in einem SPIEGEL-Interview. Die klassischen Regeln der gehobenen Gastronomie seien überholt. »Muss ich mich als Gast noch verkleiden, wenn ich in ein Gourmetrestaurant gehe? Brauche ich heute noch Tischetikette? Nein«, sagt zumindest der 43-Jährige.
Das sehen wir anders! Und wir sind weder von gestern, noch altmodisch. Wir lieben einfach Strukturen, denn sie geben uns Klarheit und Orientierung.
Ein Beispiel: Kurz vor Weihnachten bei einem Grillevent als Weihnachtsfeier für circa 50 Personen. Grundsätzlich eine schöne Idee, bei Grillwurst und Glühwein das Jahr abzuschließen. Wäre da nicht die Inkompetenz der Gastronomie, die Verwirrung gestiftet hat. Die Suppe stand nämlich am Ende des Buffets, da hatte ich mir schon die Bratwurst auf den Teller gelegt, schade. Und zwischen Kartoffeln und den gegrillten Bratwürsten waren die Bratäpfel im Warmhaltebehälter arrangiert. Im Halbdunkel der Terrasse konnte da also schnell das Dessert neben dem Hauptgericht auf dem Teller landen. Die Vanillesoße dazu, stand übrigens zwischen den Salaten.
Das meinen wir mit Struktur. Ein Buffet ist aufgebaut wie ein Menü, also der Reihe nach. Da gibt es dann eben keine Unsicherheit, was ich wann essen soll. Und falls jetzt jemand meint, er könne doch in der Reihenfolge essen wie er mag, der kann das ja tun. Nur kann er eben die verschiedenen Geschmäcker der Speisen nicht differenzieren. Ist uns in diesem Fall auch egal.
Wenn man jedoch in einem Zwei-Sterne-Lokal essen geht, sind Reihenfolge und Ambiente schon wichtige Bestandteile des (teuren) Erlebnisses. Und zum Ambiente zähle ich auch die Kleidung der Gäste, denn irgendwie ist das auch eine Wertschätzung für den Koch. Niemand soll sich „verkleiden“ müssen, aber es muss auch nicht die „Worst-of-Kleiderschrank-Edition“ sein.
Um das nochmals klarzustellen: Tischetikette oder Dresscodes sind keine Regeln zum Auswendiglernen, sondern Formen des wertschätzenden Miteinanders.